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Die Schlacht um Liechtenstein

Posted by Graf Augstein on 5. März 2015 in Artikel, Kriegsbericht |

Später Abend am Zweiten Tag einer monumentalen Schlacht; der ungnädige Graf im stark ramponierten Wohnzimmer seiner Frühlingsburg Liechtenstein. Kriegsgeschrei, Schwertgeklirr und gelegentliche Detonationen. Der Kronleuchter wackelt bedenklich. Das Burgfräulein versucht mühsam, sich auf ihre Stickarbeit zu konzentrieren: eine mittelalterliche Schlachtenszene in voller Pracht.

Eine Kanonenkugel durchschlägt die Südwand und trifft das Cembalo, dem ein Bein abbricht. Leicht genervt nimmt der Graf einen Stapel Bücher aus einem noch intakten Regal und schiebt sie unter das kostbare Instrument. 

Graf:

„Was steht da auf dem Buchdeckel? „99 Arten, sich gar  kunstvoll zu vertheidigen. geschrieben von den hüthern der Zeit“ So ein Schwachsinn! Als wenn die 99 irgendwas zu bedeuten hätte! Dieses verfluchte Mittelalter mit seinem Zahlenfimmel!“

Burgfräulein:

„So beruhigt euch doch, Gräfelchen. Denkt an euren Blutdruck. Wenn mich nicht alles täuscht, wurde gerade unser Medicus von der Zinne geworfen.“

Graf:

„Für mich sah es aus wie der Koch. Was noch viel schlimmer wäre.“

Burgfräulein:

„Wie lange werden diese Barbaren uns noch belästigen? Mich gelüstet es nach etwas Abwechslung.“

Graf:

„Das sind keine Barbaren Teuerste,  sondern immerhin die Illuminaten. Und über Abwechslung braucht ihr euch wirklich nicht zu beklagen…“

Die Tür wird aufgetreten, ein feindlicher Kämpfer stürmt herein und schwingt eine beachtliche Streitaxt, bricht aber noch auf der Schwelle zusammen. Hauptmann Vulkan von der Schlosswache zieht etwas betreten sein Schwert aus dem Rücken des Verletzten.

Vulkan:

„Verzeiht die Störung, edler Graf! Ich war kurz abgelenkt. Die wollten doch tatsächlich den Koch von der Zinne werfen! Ich räum das gleich wieder weg!“

Graf:

„Kein Problem, edler Vulkan! Es war für uns alle ein langer Tag. Lasst mich nur kurz mit ihm reden. Wer seid ihr? Und habt ihr schon mal was von Ruhestörung gehört?“

schwer Verletzter:

„….Mein Name is…Ghost der Bastard …  nur mal vorbei schauen,… weil noch Licht brannte… von… eurem sagenhaften Bierkeller gehört…. “

Graf:

„Humor hat der Bursche ja! Pech für ihn, dass wir jetzt keinen Medicus mehr haben. Lieber Vulkan, bringt ihn vors Burgtor und gebt ihm einen Krug Bier mit auf den Weg. Er wird es überleben. Und sagt mir, was wir tun können, um dieses Spektakel zu beenden. “

Vulkan

„Habt ihr das Buch noch, das ich euch anlässlich eurer Rückkehr aus Arabica geschenkt hatte? 99 Arten, sich gar  kunstvoll zu vertheidigen? Seht doch mal im Kapitel „list und tuecke nach…“

Achtzigtausend Gefallenene  später… Der Graf brütend über dem Buch. Der Kronleuchter wird nur noch von einem Besenstiel am Runterfallen gehindert. Die Stickerei des Burgfräuleins nimmt langsam Formen an

Burgfräulein:

„Was meint ihr; Gräfelchen, soll ich noch ein paar Pfählungen auf dem Bild unterbringen?“

Graf:

„Das ist eigentlich mehr der Stil unserer Gegner! Aber zur Abschreckung wäre es ganz hilfreich. Vielleicht solltet ihr damit noch warten, bis wir die Schlacht gewonnen haben? Was noch dauern kann: Dieses verfluchte Buch taugt nichts. Wie ich vermutet hatte. Sämtliche Zaubersprüche habe ich ausprobiert.““

Burgfräulein:

„Was wollen diese Illuminaten eigentlich von Euch? Wieder mal einer eurer „sagenhaften“ Artikel? In dem die Feder mächtiger ist als das Schwert?“

Graf:

„Ihr kennt doch diese religiösen Fanatiker! Seit die Merowinger den Illuminaten den Heiligen Gral vor der Nase weggeschnappt haben, lassen die keine Gelegenheit unversucht, mir etwas am Zeug zu flicken.  Seit einer Ewigkeit sind sie auf der Suche nach dem Stein des Lichtes, der seinem Besitzer ewige Weisheit verleihen soll. Und nur,  weil ich diese Burg hier „Liechtenstein“ genannt habe, glauben die „Erleuchteten“ allen Ernstes, der Stein wäre hier versteckt. Und ich hätte ihn gestohlen!“

Burgfräulein:

„Habt ihr schon mal versucht, mit ihnen zu reden?“

Graf:

„Hab ich versucht! Mir hört keiner zu!“

Burgfräulein:

„Das überrascht mich nicht. Diplomatie war ja noch nie Eure Stärke. Ihr würdet denen den Stein doch geben, wenn ihr ihn hättet?“

Es klopft an der Tür

Graf:

„Herein, wenns kein Illuminate ist!“

Auftritt Seniorkowskie, (der ältere der beiden Kowksiebrüder)…

„Edler Graf, schlechte Nachrichten. Die meisten eurer Getreuen sind gefallen. Wir sind nur noch 99 Mann unter Waffen. Aber wir werden euch bis zum letzten Blutstropfen verteidigen.“

Graf:

„Es ist erst vorbei, wenn ich es sage. Meine Rüstung! Und bringt das Burgfräulein in ihre Gemächer. Ich….“

Ein weiterer feindlicher Kämpfer mit einer monströsen Streitaxt stürmt zur Tür herein, bricht aber noch auf der Schwelle zusammen. Hauptmann Vulkan zieht noch betretener als vorher sein Schwert aus dem Rücken des Verletzten.

Vulkan:

„Verzeiht Edler Graf! Heut geht’s hier zu wie im Bienenstock!“

Graf:

„Könnt ihr mit dem Metzeln nicht warten, bis ich mit meinen Gästen gesprochen habe? Und mit wem habe ich diesmal das Vergnügen?“

leicht Verletzter:

„Unknown ist mein Name….  Legend schickt mich….  soll herausfinden… welche Zauberei ihr angewendet habt… Mit einem Schlag …. alles Silber verschwunden …..  mit dem er die Truppen der Söldner bezahlen wollte…..  Und das waren nicht wenige….“

Graf:

„Richtet dem Edlen Legend aus, das er sich nicht mit den Hütern der Zeit und ihrer weißen Magie anlegen soll. Und den Stein der Erleuchtung könnt ihr woanders suchen! Noch ein Bier, bevor ihr geht?“

Weit nach Mitternacht. Der ungnädige Graf allein am Fenster, ein kleines Kästchen öffnend. Der Feuerschein des brennenden Bauernhofes fällt auf einen Edelstein, der sofort in den mannigfaltigsten Farben zu leuchten beginnt. 

Ende

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