Menschen am Samstag

Was macht eigentlich der typische Verleger auf L&K am Wochenende?
Hier die schonungslose Beichte eines sympathischen Zeitungsdiktators:
 
Es läuten die Glocken im Fischmarktsdom zu Sankt Pauli. Prominenz aus allen Welten, alle Clanführer, die Weltenlenker. Ich werde zum Kaiser gekrönt. Seine Heiligkeit Sorento, Weihbischof auf D5, hält die Krone in der Hand und spricht salbungsvolle Worte.
Aus dem Glockengeläut wird …. der Angriffswecker. Schmerzhaftes Aufwachen, Orientierungslosigkeit, dann entschlossenes Handeln. Eine letzte Horde von Söldnern mit der restlichen Ladung Silber wird verschickt. Silberknappheit und immer weniger bündnislose Burgen fordern bedingungsloses Engagement. Jetzt wieder einschlafen…
Wenig später werde ich brutal geweckt. Ein wildes Etwas, das auf mir  herumspringt und „Spielen“ ruft. Tippe spontan auf Ungeheuer oder Kind. Schlaftrunken erkläre ich, das ich ja schon beim  Spielen bin. „Aber doch nicht  dein blödes Burgenspiel.  Hast du heute schon auf D4 nachgesehen? Könnte sein, das es da eine kleine Überraschung für dich gibt?“ Sofort bin ich hellwach! Und weiss auch mit wem ich da rede: Ritter Sascha, Nachwuchsmerowinger mit einer fatalen Neigung für Scherze. Schnell auf D4 eingeloggt: Natürlich! Es laufen mehre Angriffe von mir auf meine Nachbarn, die ersten wütenden Nachrichten treffen ein und im Forum sind massenweise wirre Texte aus Buchstabensalat unter meinem Namen in Umlauf! Wie man mit 7 Jahren auf solche Ideen kommen kann?! Schnell schreibe ich ins Forum, dass eine neue Verschlüsselungsmethode von Nachrichten getestet wird und versuche die angegriffenen Nachbarn zu beruhigen. Wenn jetzt auch noch der Nachtangriff schief gelaufen ist! Auf nach D7: 75 Kampfberichte ignorieren, zitternd nach oben scrollen, ausgerechnet jetzt hängt der Server schon wieder!  JA!!!! Da ist sie, die Neue, unter schweren Verlusten erstritten; sie ist mein! Schnell in etwas Eigenes umbenennen, zum Zeichen des Triumphes…. langsam weicht die Spannung … ein Gefühl von Leere kommt auf… Warum eigentlich das Ganze? Irgendwie ist einem  ab 40 Burgen alles zu viel….

Zur Ablenkung schnell mal in die Redaktion gucken, mit dem Krimi geht’s noch nicht so richtig weiter, ein paar Ideen für die Fortsetzung gibt es zwar schon  (Es könnte z.B. eine gut aussehende Frau reinkommen, die jede Menge Geheimnisse hat und den Grafen zu coolen Sprüchen verleitet. Und Don Ivano könnte von einem “Wächter” umgebracht worden sein ), doch der richtige Knüller fehlt noch. Aber wozu haben wir denn die  Leserkommentare, mal sehen, was denen so eingefallen ist:

..Auf jeden Fall sollte eine Frau hereinkommen, die gut aussieht, jede Menge Geheimnisse hat und den Grafen zu coolen Sprüchen verleitet. Don Ivano wurde natürlich von einem Wächter umgebracht…
Aber das hab ich doch…. Kann der Gedanken lesen? Wer ist der Typ? „Gott des Gemetzels“!? Erst mal den Absender checken und  eine Mail schreiben. Soll ich ihn einschüchtern oder als Mitarbeiter gewinnen? Vision dagegen schreibt:
DonIvano hat sich für das reale Leben entschieden und wurde sicherlich von keinem Wächter “umgebracht” !!  

So ein Spielverderber! Deswegen hab ich ihn ja sterben lassen weil er… doch schon antwortet Waffenschmied:

Fakt ist, dass er tot ist. Ob nun im rl oder nicht ^^
Frage ist nur, was für ein Wächter soll es sein? Sein Wächter? Ein Wächter des Vaters, der geheimnisvollen Schönen? Ein Wächter der Achse des Bösen/Guten?
Oder war es der „Theo, der in uns allen steckt“? 
Plötzlich ein Aufschrei aus der Burgküche: keine Milch! Butter ist auch alle!! Sofort opfere ich mich freiwillig. Bei einem kleinen Spaziergang hat man oft die besten Ideen.  Und schon auf dem Hof geht’s los: Der Graf könnte doch auf eine Verschwörung von…Stop! Die Einzelheiten könnt ihr in der nächsten Folge lesen. Milch und Butter gekauft, an der Kasse gibt eine Dame ihr Portemonnaie der Kassiererin  zum Kleingeldzusammensuchen. Ein alberner Gedanke schiesst mir durch den Kopf: plötzlich auftauchende Kontrolle der Kleingeldpolizei; alle müssen ihre Geldbörsen vorzeigen, alles Kleingeld wird gezählt und gerecht unter den Anwesenden aufgeteilt. Fast hätte ich auch mein Portmonaie hingehalten, aber der humorlose Blick der Verkäuferin bringt mich in die Realität zurück. 
Auf dem Weg zurück kommt mir eine klitzekleine Idee für künftige Updates. Auch wenn das mit dem Nebel des Krieges ein Reinfall war; was wäre mit einer schaurig schönen Animation, bei der nach jeder Kampfrunde die Seelen der Gefallenen (einschliesslich Ochsenseelen) zum Himmel schweben? 
Nach dem Frühstück Burgenpflege und Rundschau auf den Welten. D1: Die Schildwall Allianz Valinor hat ein neues Mitglied, das noch zu jung ist, um in den Krieg zwischen Liga und UQD hineingezogen zu werden. D2: Nichts. Auch nicht vom neuen Jungredakteur, der seit vier Tagen unterwegs ist, um einen Lagebericht zu liefern. D3: Ein Hilferuf von Lord Stefano von Parabellum. Es geht um die angeblich letztmalige Bereitstellung von Defensivtruppen gegen die  Loyal Kings. Schade! Bin zu weit weg und ausserdem neutral. D4: Eine Entschuldigung von „Evolution“ für das kleine Missverständnis von neulich: Eine neue Zierfischgarnitur mit  Fütterungsanweisungen ist unterwegs. Und Ritter Sascha greift mich zur Abwechslung auf 10 Burgen an. D5: Seine Heiligkeit Sorento segnet Hartkor, weil dieser fortan nur noch Milch trinken will.
Aussserdem Reiseberichte vom Kulturpfad Gundelfingen und der Zehringer Burg. Sucht sich da schon wieder jemand einen Ausweg ins richtige Leben? Und natürlich „Feel Free“, der in einer alten Diplorundmail einen eigenen Unterhaltungskanal betreibt. Diesmal gibt es keine wasserdichten Beweise für ein fürchterliches Verbrechen, nur der Hinweis, dass ihn die „Schmocks“ auch auf D9 verfolgen…D6: Bündnisanfrage von einer 3 Mann Truppe mit 500 Punkten; das sollte man sich gut überlegen; ansonsten etliche Smileys und hochgereckte Daumen für den 1. Teil vom Krimi. D7: Streit um die neue Rundmail, in die nicht alle reindürfen sollten. King Ghosti wollte hart durchgreifen und jetzt kommt kaum jemand. D8: Hier sind wir noch nicht. Sollte man aber, da könnte man nachgucken, was das Reimbündnis so macht. D9: Hier kann ja noch nichts los sein, ausser dass die Schmocks „Feel Free“ verfolgen…
 Der Rest des Tages vergeht mit dem Schreiben dieses Beitrags und einer nachdenklichen Phase: Könnte man nicht Monarchen einführen? Für jede Welt einen, der Streitigkeiten schlichtet, Entscheidungen fällt und Befehle geben darf, die für alle verbindlich sind: „Uns langweilt es gar gewaltiglich. Köpft den Hofnarren und führt ein paar erbauliche Kriege!“
Und ab wann ist man eigentlich spielsüchtig? Trifft das auch auf mich zu? Wenn ja, lässt sich diese Sucht ganz gut hinter der  journalistischen Tätigkeit verbergen!?  
Beim Einschlafen träume ich von einer Gestalt, die auf mich zukommt. Sie scheint mir irgendwie vertraut zu sein. „Wir kennen uns doch“ murmele ich, ein mildes Lächeln huscht über ihre Gesichtszüge und sie verschwindet in der Menge.
Auf ihrer Jacke sieht man schon etwas undeutlich die Initialen R.L., die langsam verblassen…
 
 
 
 

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2 Kommentare zu Menschen am Samstag

  1. gottdesgemetzels sagt:

    schöner Beitrag. Obwohl meine Idee geklaut wurde 😉

  2. Waffenschmied D3 sagt:

    Danke, für die Erwähnung! 🙂

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