Gefangen im Multiversum (Folge 1)

Eine Softwareschmiede nahe Hamburg in der Realen Welt.
Auf unzähligen Computertischen türmen sich Pizzaschachteln und Donutverpackungen.
Dazwischen Trampelpfade, hübsch eingerahmt von zertretenen Softdrinks.
Zwei Teams tft-gebräunter Nerds im Militäry Look liefern sich eine heftige Paintballschlacht.
Ein triumphierender Aufschrei…

Dennis (Head of Backend Development):
Das wars, Tobi! Hab dich dreimal getroffen. Jetzt krieg ich zwei Wochen dein 3D Tablet! Und du musst diesen Monat die Eventnachrichten schreiben!
Viel Spass bei „unglaublichen Angeboten zu stark reduzierten Preisen“…

Tobias (3D / Technical Artist):
Menno! Wieso darf der Peters in eurem Team mitspielen?!
Das ist voll unfair, der macht doch eigentlich die Battle Hordes …

Dennis (herablassend):
Andre ist Pauli Fan und deswegen bei uns im coolen Team!
Ihr HSV-Spacken verliert doch jedes Mal – genau wie euer Katastrophenverein.
Aber keine Sorge; wir kaufen euch die Stadionuhr ab, wenn wir dieses Jahr aufsteigen…

Tobias (entrüstet):
Sank Pauli wird niemals aufsteigen! Diese Bande von Chaoten und Randalierern gehört in die fünfte Liga! Und der HSV wird ewig erstklassig bleiben!
singt: „Hamburg meine Perle, du wunderschöne Stadt“…

Dennis (spöttisch):
Wie heißt die kleinste Brauerei Deutschlands? HSV – elf Flaschen vorm Kasten!

Tobias (wütend):
Nimm das sofort zurück! Sonst….

Dennis (noch spöttischer):
…Was ist der Unterschied zwischen dem HSV und einem “ü”? Das “ü” hat mehr Punkte.

Tobias (tobend):
Das ist zuviel! Das muss ich mir nicht bieten lassen.
Ich geh jetzt zum smarten Sven und sag ihm, dass du auf Deutsch 3 mit Bots spielst…

Dennis (diabolisch):
Nur auf D3? Du hast ja keine Ahnung, was ich da noch alles am Laufen habe…

(aus dem Hintergrund)
Patrick (Game Designer):
…Achtung, der smarte Sven ist im Anflug! Hört auf…

Dennis (höhnisch):
Echt jetzt, Tobi? An den Haaren ziehen? Die Burgfräuleinmethode? Und was ist das hier? (Zeigt etwas schadenfroh herum)

Tobias (hysterisch):
Gib sofort mein Kirschkernkissen wieder her…

Smarter Sven (Geschäftsführer):
Was ist denn hier los? Individuelle Freizeitgestaltung und Business Casual bekommt euch wohl nicht?! Soll ichs vielleicht mal mit Mikromanagment probieren?
Leute, wir müssen nächste Woche liefern! Ein neues Event muss her;
aus dem Goldstrom ist ein mageres Rinnsal geworden.
Wir brauchen unbedingt frische Ideen und müssen diese verkrusteten Strukturen aufbrechen.
Wie schreibt Graf Augstein so schön in seinen Bündnistipps für Fortgeschrittene:
„Führt ein lustiges Rotationsprinzip bei der Postenvergabe ein und…“
Alle unisono:
„…verteilt die wichtigsten Ämter an die Leute, die ihr am wenigsten kennt….“

Sven (säuerlich):
Schön, dass beim teaminternen SCRUM-Meeting wenigstens etwas hängen geblieben ist. Was macht der ungnädige Graf eigentlich? Schon ewig nichts mehr von ihm gehört…

Simon (Junior Producer):
Zuletzt hat er sich auf D18 rumgetrieben. Mit Schreibhemmung, wie üblich.

Sven (euphorisch):
Der könnte uns weiterhelfen. Ein bischen Schwung in den Laden bringen…

Behrouz (Systemadministrator):
Soll ich mal den Scanner anwerfen, Chefelchen?

Sven (gereizt):
Nenn mich nicht Chefelchen. In meiner Firma existiert kein Oben und Unten.
Wenn Tina das mitkriegt, gibts wieder ein Gleichstellungsgewitter, das sich gewaschen hat.

Behrouz:
Hab ihn gefunden, Chefelch… äh, Svenni. Hat sich gerade auf D20 blicken lassen.
Wie immer völlig abgebrannt! Keine einzige Goldmünze. Und wie kriegen wir den jetzt hierher?

Sven:
Lasst euch was einfallen! Dennis und Andre, das ist jetzt euer Job.
Nehmt euch noch jemanden dazu – Du da, mit dem Friesentee, wie heisst du nochmal?

Hein Blöd (Azubi):
Hein, mein Name. Von Haus aus Wattmaler und Deichbegrüner.
Ich bin stolz hier arbeiten zu dürfen, würde aber gerne eine Tätigkeit ausführen,
die mehr auf meine Qualifikationen abgestimmt…

Sven (umgänglich):
Na sicher doch, du bist jetzt im Team Orange Mirror! Hängt euch rein Leute!
Ich erwarte Ergebnisse. Und zwar bis gestern!
Wofür bezahle ich euch eigentlich?
(Fegt dynamisch aus dem Raum)

Dennis (hinterherrufend):
Was das Bezahlen betrifft; diesen Monat war bei mir noch gar nichts….
Weg isser. Und was jetzt?

Hein (aufgeregt):
Wir holen den Grafen hierher in die Reale Welt! Dann krieg ich endlich ein Autogramm…

Andre (Team Lead Backend Battle Horde):
Du holst jetzt erst mal zwei Kaffee! Pike Place Roast Medium für mich…

Dennis:
… und Veranda Blend entkoffeiniert triple shot für mich. Und das Ganze auf afrikanische Art.

Hein (unsicher):
Was soll das sein? Afrikanische Art??

Dennis (genervt):
Ouuhhh, diese Azubis! Kaffee Togo natürlich!

Hein (verwirrt):
Kenn ich nich… Aaaaach, Kaffe to go! Wie witzig; bin schon unterwegs!

Dennis:
Der hat uns gerade noch gefehlt! Und jetzt zu Augstein. Willst du diesen Spinner wirklich hierhaben?

Andre (entsetzt):
Auf gar keinen Fall! Damit der den ganzen Tag rum schwadroniert: Die Feder ist mächtiger als das Schwert! Bla, bla, bla…

Dennis:
Genau! Und alle dürfen nur noch den korrekten Genitiv verwenden.

Andre (verdreht die Augen):
Und dann diese ellenlangen Gedichte, die kein Mensch liest. Hör bloss auf!

Dennis:
Wir müssen dafür sorgen, dass er für immer in seiner mickrigen kleinen Welt festhängt.
Lass uns die Server über die Neutrale Plattform kurzschliessen, wenn der feine Herr Graf gerade seine Weltenzeituhr aufzieht…

Andre:
Super Idee! Die Dimensionen überlagern sich, er kommt in eine Weltenschleife und sein gesamtes Umfeld gerät aus den Fugen.
Und dem Svenni erzählen wir, dass der Graf Depressionen hat und nur noch schnulzige Gedichte schreibt.

Dennis (begeistert):
Du bist genial, Alter! Schnulzige Gedichte! Das ist es! Die Idee fürs nächste Event:
Wir drechseln ein paar holprige Reime als Teaser
und schustern einen Gedichtwettbewerb zusammen.
3000 Goldmünzen Belohnung und der Laden läuft wieder!
Tobi kann das dann schön einpflegen.
Du fängst sofort mit dem Dichten an; um den Grafen kümmere ich mich. Bin mal eben im Serverraum.
(tänzelt singend hinaus)
„Seit klein auf stehe ich am Millerntor,
jedes Spiel singe ich: Sankt Pauli vor!!!….“

Andre (kaut nachdenklich an seinem Bleistift):
Rubine sind rot…
Schlösser sind blau
Bei Gefahr helf ich dir…
auch ohne Heerschau…

Oh Mann, Binärcode ist viel einfacher….

Wird der smarte Sven den Goldstrom wieder zum Sprudeln bringen? Kann der ungnädige Graf dem drohenden Unheil entgehen?
Und können wir die legendäre Stadionuhr bald am Millerntor bewundern? Freut euch auf die nächste Folge von „Gefangen im Multiversum“!

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